Krankengeld Rechner 2026: Krankengeld einfach berechnen

Wer länger krankgeschrieben ist, merkt schnell, dass die wichtigste finanzielle Frage nicht lautet, wie hoch das normale Gehalt ist, sondern wie viel davon während der Arbeitsunfähigkeit tatsächlich auf dem Konto ankommt. Genau dafür ist ein Krankengeld Rechner gedacht.

Für Arbeitnehmer gilt grundsätzlich: Nach Ende der Entgeltfortzahlung beträgt das gesetzliche Krankengeld 70 Prozent des regelmäßigen beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts, höchstens jedoch 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts. Anschließend werden in vielen Fällen noch Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen. § 47 SGB V legt diese Berechnungsgrundsätze fest.

Für 2026 kommt eine weitere Grenze hinzu: Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung liegt bei 5.812,50 Euro monatlich beziehungsweise 69.750 Euro jährlich. Dadurch ist auch das Krankengeld nach oben begrenzt.

Krankengeld Rechner: Das Wichtigste auf einen Blick

Ein guter Krankengeld Rechner benötigt vor allem Ihr regelmäßiges Brutto- und Nettoarbeitsentgelt. Für eine genauere Berechnung können auch beitragspflichtige Einmalzahlungen sowie persönliche Angaben zur Pflegeversicherung relevant sein.

Für Arbeitnehmer lässt sich die Grundrechnung vereinfacht so zusammenfassen:

Krankengeld = der niedrigere Betrag aus 70 % des Bruttogehalts und 90 % des Nettogehalts – anschließend gegebenenfalls Sozialversicherungsbeiträge.

Dabei wird nicht einfach irgendein Monatsgehalt angesetzt. Das Gesetz arbeitet mit einem sogenannten Regelentgelt, das grundsätzlich aus dem zuletzt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit abgerechneten Entgeltabrechnungszeitraum ermittelt wird. Bei einem Monatsgehalt wird für die tägliche Berechnung regelmäßig durch 30 geteilt. Krankengeld wird für Kalendertage gezahlt; ein voller Kalendermonat wird mit 30 Tagen angesetzt.

Krankengeld Rechner

Wie hoch ist das Krankengeld 2026?

Im Jahr 2026 beträgt das gesetzliche Krankengeld für Arbeitnehmer grundsätzlich 70 Prozent des relevanten Bruttoarbeitsentgelts. Gleichzeitig darf es 90 Prozent des maßgeblichen Nettoarbeitsentgelts nicht überschreiten.

Die Beitragsbemessungsgrenze sorgt dafür, dass hohe Einkommen nicht unbegrenzt berücksichtigt werden. Bei einem monatlichen Einkommen oberhalb von 5.812,50 Euro wird für die entsprechende Bruttoberechnung nur Einkommen bis zu dieser Grenze angesetzt.

Daraus ergibt sich für 2026 ein maximales Brutto-Krankengeld von 135,63 Euro pro Kalendertag. Diesen Höchstwert nennen auch gesetzliche Krankenkassen für das Jahr 2026.

Wichtig ist das Wort brutto. 135,63 Euro sind nicht automatisch der Betrag, der ausgezahlt wird. Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung können den tatsächlichen Zahlbetrag reduzieren. Auch die 90-Prozent-Netto-Grenze kann dazu führen, dass das persönliche Krankengeld deutlich unter dem gesetzlichen Höchstbetrag liegt.

So funktioniert die Krankengeld-Berechnung Schritt für Schritt

Die einfachste Berechnung lässt sich anhand eines Arbeitnehmers mit festem Monatsgehalt zeigen. Einmalzahlungen und besondere Entgeltbestandteile lassen wir zunächst außen vor.

Schritt 1: 70 Prozent des Bruttoentgelts berechnen

Angenommen, Ihr regelmäßiges Bruttogehalt beträgt 3.200 Euro monatlich.

3.200 Euro × 70 % = 2.240 Euro

Auf den ersten Blick könnte man deshalb annehmen, dass 2.240 Euro Krankengeld gezahlt werden. Die Rechnung ist damit aber noch nicht fertig.

Schritt 2: 90 Prozent des Nettoentgelts berechnen

Nehmen wir an, das Nettoarbeitsentgelt beträgt 2.250 Euro.

2.250 Euro × 90 % = 2.025 Euro

Jetzt müssen beide Ergebnisse verglichen werden:

BerechnungBetrag
70 % von 3.200 € Brutto2.240 €
90 % von 2.250 € Netto2.025 €
Maßgeblicher niedrigerer Wert2.025 €

Das vorläufige Brutto-Krankengeld beträgt deshalb 2.025 Euro für einen vollen 30-Tage-Zeitraum.

Genau hier entsteht häufig ein Missverständnis: 70 Prozent vom Brutto bedeuten nicht automatisch, dass 70 Prozent des Bruttogehalts ausgezahlt werden. In vielen Fällen greift vorher die Grenze von 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts.

Schritt 3: Sozialversicherungsbeiträge berücksichtigen

Vom ermittelten Krankengeld können anschließend Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen werden. Während des Krankengeldbezugs besteht dagegen grundsätzlich Beitragsfreiheit in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Für 2026 beträgt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung 18,6 Prozent und zur Arbeitslosenversicherung 2,6 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber beziehungsweise Leistungsträger teilen diese Beiträge grundsätzlich, sodass für eine überschlägige Rechnung bei einem regulär versicherungspflichtigen Arbeitnehmer 9,3 Prozent Rentenversicherung und 1,3 Prozent Arbeitslosenversicherung berücksichtigt werden können.

Bei der Pflegeversicherung hängt der persönliche Anteil unter anderem davon ab, ob und wie viele Kinder berücksichtigt werden. Der allgemeine Beitragssatz liegt 2026 bei 3,6 Prozent. Kinderlose Mitglieder ab 23 Jahren zahlen einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten. Für Eltern mit mehreren Kindern unter 25 Jahren können Abschläge gelten. In Sachsen gelten bei der Aufteilung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber besondere Werte.

Ein Krankengeld Rechner, der lediglich „70 Prozent vom Brutto“ ausgibt, zeigt deshalb häufig nicht den realistischen Auszahlungsbetrag.

Beispiel: Krankengeld bei 3.200 Euro brutto

Nehmen wir nochmals 3.200 Euro Bruttogehalt und 2.250 Euro Nettoverdienst an.

70 Prozent vom Brutto ergeben 2.240 Euro.
90 Prozent vom Netto ergeben 2.025 Euro.

Der niedrigere Betrag ist entscheidend. Das Brutto-Krankengeld beträgt daher in diesem vereinfachten Beispiel 2.025 Euro für 30 Kalendertage.

Bei einem Arbeitnehmer mit einem berücksichtigungsfähigen Kind außerhalb Sachsens können für eine grobe Orientierung rund 12,4 Prozent aus Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung angesetzt werden.

2.025 Euro × 12,4 % = 251,10 Euro

2.025 Euro − 251,10 Euro = rund 1.773,90 Euro Auszahlungsbetrag

Die tatsächliche Abrechnung der Krankenkasse kann abweichen. Einmalzahlungen, Versicherungsstatus, Kinderzahl, Besonderheiten bei der Beitragsberechnung oder andere Entgeltbestandteile können das Ergebnis verändern.

Genau deshalb sollte ein Online-Krankengeld-Rechner als Planungswerkzeug und nicht als verbindlicher Leistungsbescheid verstanden werden.

Beispiel: Krankengeld bei 4.800 Euro brutto

Bei einem höheren Einkommen wird die 90-Prozent-Netto-Grenze oft besonders wichtig.

Angenommen:

Bruttogehalt: 4.800 Euro
Nettogehalt: 3.100 Euro

70 Prozent des Bruttogehalts entsprechen 3.360 Euro.

90 Prozent des Nettogehalts entsprechen dagegen nur 2.790 Euro.

Das Brutto-Krankengeld beträgt somit 2.790 Euro für einen vollen 30-Tage-Zeitraum.

Bei einem vereinfachten Sozialversicherungsabzug von 12,4 Prozent blieben ungefähr 2.444 Euro übrig.

Das Beispiel zeigt, warum zwei Arbeitnehmer mit ähnlich hohem Bruttogehalt unterschiedliche Krankengeldbeträge bekommen können. Entscheidend ist nicht nur das Brutto, sondern auch das maßgebliche Nettoarbeitsentgelt.

Krankengeld Rechner

Wann greift der maximale Krankengeldbetrag?

Bei hohen Einkommen spielt die Beitragsbemessungsgrenze eine zusätzliche Rolle.

2026 werden in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung maximal 5.812,50 Euro monatlich als beitragspflichtiges Einkommen berücksichtigt. Einkommen oberhalb dieser Grenze erhöht das gesetzliche Krankengeld deshalb nicht weiter.

Das maximale Brutto-Krankengeld liegt dadurch bei 135,63 Euro täglich.

Selbst bei einem Monatsbrutto von beispielsweise 7.000, 8.000 oder 10.000 Euro kann das gesetzliche Krankengeld nicht unbegrenzt mit dem Einkommen steigen.

Auch bei einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze muss jedoch weiterhin geprüft werden, ob die Grenze von 90 Prozent des relevanten Nettoentgelts einen noch niedrigeren Betrag ergibt.

Welche Angaben braucht ein genauer Krankengeld Rechner?

Für eine einfache Schätzung reichen Brutto- und Nettogehalt aus. Wer ein möglichst realistisches Ergebnis möchte, sollte mehr Daten berücksichtigen.

Typischerweise sind relevant:

  • regelmäßiges monatliches Bruttoarbeitsentgelt und Nettoarbeitsentgelt,
  • beitragspflichtige Einmalzahlungen der vergangenen zwölf Monate,
  • Anzahl und Alter berücksichtigungsfähiger Kinder für die Pflegeversicherung,
  • Beschäftigungsort Sachsen oder übriges Bundesgebiet,
  • Versicherungsstatus und Art der Beschäftigung,
  • Beginn und voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit.

Besonders Einmalzahlungen werden bei schnellen Überschlagsrechnungen häufig vergessen.

Werden Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld beim Krankengeld berücksichtigt?

Beitragspflichtige Einmalzahlungen können die Krankengeldberechnung beeinflussen.

Nach § 47 SGB V wird einmalig gezahltes Arbeitsentgelt, das in den letzten zwölf Kalendermonaten vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit der Beitragsberechnung unterlag, bei der Ermittlung des Regelentgelts berücksichtigt. Vereinfacht wird hierfür ein kalendertäglicher Anteil ermittelt.

Dazu können je nach Ausgestaltung beispielsweise beitragspflichtiges Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder bestimmte Bonuszahlungen gehören.

Entscheidend ist nicht allein, wie der Arbeitgeber eine Zahlung nennt. Maßgeblich ist unter anderem, ob sie sozialversicherungsrechtlich als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt behandelt wurde.

Ein Rechner ohne Feld für Einmalzahlungen kann deshalb bei Beschäftigten mit regelmäßigen Sonderzahlungen zu einem ungenaueren Ergebnis kommen.

Krankengeld Rechner

Welches Gehalt wird für die Berechnung verwendet?

Bei Arbeitnehmern wird grundsätzlich der letzte vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit abgerechnete Entgeltabrechnungszeitraum herangezogen. Das Gesetz verlangt dabei grundsätzlich einen Bemessungszeitraum von mindestens vier Wochen. Bei monatlich gezahltem Arbeitsentgelt wird in der Standardberechnung der dreißigste Teil des maßgeblichen Monatsentgelts als tägliches Regelentgelt verwendet.

Das bedeutet auch: Eine spätere Gehaltserhöhung während einer bereits länger laufenden Arbeitsunfähigkeit erhöht das Krankengeld nicht automatisch so, als hätte dieses höhere Gehalt bereits vor Krankheitsbeginn bestanden.

Bei unregelmäßigen Arbeitszeiten, schwankender Vergütung, Provisionen, Akkordlohn, Mehrarbeit oder besonderen Entgeltmodellen kann die Berechnung komplexer werden. Ein einfacher Rechner liefert dann eher einen Näherungswert.

Ab wann bekommt man Krankengeld?

Arbeitnehmer erhalten bei unverschuldeter krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich zunächst bis zu sechs Wochen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Danach kann bei fortbestehender Arbeitsunfähigkeit Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt werden. § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz regelt die Entgeltfortzahlung bis zur Dauer von sechs Wochen.

Im typischen Arbeitnehmerfall bedeutet das:

In den ersten sechs Wochen kommt weiterhin das Arbeitsentgelt vom Arbeitgeber. Ab der siebten Woche übernimmt bei bestehendem Anspruch die Krankenkasse mit Krankengeld.

Tarifvertragliche oder arbeitsvertragliche Regelungen können im Einzelfall zusätzliche Leistungen oder einen Arbeitgeberzuschuss vorsehen.

Wie lange wird Krankengeld gezahlt?

Bei Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit ist der Krankengeldanspruch auf 78 Wochen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren begrenzt. Dieser Zeitraum wird vom Beginn der Arbeitsunfähigkeit an gerechnet. Tritt während derselben Arbeitsunfähigkeit eine weitere Krankheit hinzu, verlängert sich die Höchstdauer dadurch nicht.

Eine wichtige Feinheit wird oft übersehen: Die 78 Wochen beginnen nicht erst nach den ersten sechs Wochen Entgeltfortzahlung. Die vorausgehende Arbeitsunfähigkeit zählt in den Dreijahreszeitraum hinein.

Für Arbeitnehmer, die zunächst sechs Wochen Entgeltfortzahlung erhalten haben, zahlt die Krankenkasse deshalb bei durchgehender Arbeitsunfähigkeit typischerweise höchstens noch ungefähr 72 Wochen tatsächlich Krankengeld.

Wer den vollständigen Anspruch für dieselbe Erkrankung ausgeschöpft hat, erhält nicht automatisch am nächsten Tag einen neuen 78-Wochen-Zeitraum. Für einen erneuten Anspruch nach Beginn eines neuen Dreijahreszeitraums nennt § 48 SGB V weitere Voraussetzungen. Dazu gehört unter anderem, dass die versicherte Person zwischenzeitlich mindestens sechs Monate nicht wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig war und erwerbstätig war oder der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stand.

Krankengeld und lückenlose Krankschreibung: eine wichtige Frist

Ein Rechner kann die Höhe des Krankengeldes perfekt berechnen und trotzdem nützt das wenig, wenn der Leistungsanspruch wegen einer problematischen Bescheinigung unterbrochen wird.

Bei fortbestehender Arbeitsunfähigkeit sollte deshalb besonders auf eine rechtzeitige ärztliche Feststellung geachtet werden.

Nach § 46 SGB V bleibt der Krankengeldanspruch grundsätzlich bestehen, wenn die weitere Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit spätestens am nächsten Werktag nach dem zuletzt bescheinigten Ende ärztlich festgestellt wird. Samstage gelten für diese Regelung nicht als Werktage.

Praktisch bedeutet das: Kontrollieren Sie das Enddatum Ihrer aktuellen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und kümmern Sie sich rechtzeitig um die Folgebescheinigung.

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erleichtert die Datenübermittlung, ersetzt aber nicht die Notwendigkeit, die Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig ärztlich feststellen zu lassen.

Krankengeld Rechner

Welche Sozialabgaben werden vom Krankengeld abgezogen?

Vom Krankengeld werden bei vielen Arbeitnehmern weiterhin Beiträge für bestimmte Zweige der Sozialversicherung einbehalten. Dazu gehören insbesondere Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung. Gesetzliche Krankenkassen weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese Abzüge den tatsächlichen Zahlbetrag reduzieren.

Zur Krankenversicherung fällt während des Krankengeldbezugs dagegen grundsätzlich kein eigener Krankenversicherungsbeitrag aus dem Krankengeld an.

Die Pflegeversicherung verdient besondere Aufmerksamkeit. Außerhalb Sachsens beträgt der Arbeitnehmeranteil bei einem Elternteil mit einem Kind grundsätzlich 1,8 Prozent. Kinderlose Beschäftigte ab 23 Jahren kommen aufgrund des Zuschlags auf 2,4 Prozent. Bei zwei oder mehr Kindern unter 25 Jahren können sich niedrigere Arbeitnehmeranteile ergeben. Für Sachsen gilt eine andere Aufteilung.

Deshalb sollte ein präziser Krankengeld Rechner nach der Kinderzahl und gegebenenfalls nach Sachsen fragen.

Ist Krankengeld steuerfrei?

Ja. Gesetzliches Krankengeld ist grundsätzlich steuerfrei. Trotzdem kann es Ihre Einkommensteuer beeinflussen.

Der Grund ist der Progressionsvorbehalt. Das Krankengeld selbst wird nicht wie normales Arbeitsentgelt versteuert. Es kann aber den Steuersatz erhöhen, der auf andere steuerpflichtige Einkünfte angewendet wird. ELSTER weist ausdrücklich darauf hin, dass Einkommensersatzleistungen steuerfrei sein können und trotzdem die Höhe der Steuer auf andere Einkünfte beeinflussen.

Wenn Arbeitnehmer neben steuerpflichtigem Arbeitslohn Krankengeld beziehungsweise andere dem Progressionsvorbehalt unterliegende Leistungen von insgesamt mehr als 410 Euro erhalten, kann dadurch eine Pflicht zur Einkommensteuererklärung entstehen. Die 410-Euro-Grenze ergibt sich aus § 46 EStG.

Wer mehrere Monate Krankengeld bezieht, sollte deshalb nicht nur die monatliche Einkommenslücke planen, sondern auch eine mögliche spätere steuerliche Auswirkung berücksichtigen.

Spielt die Steuerklasse beim Krankengeld eine Rolle?

Nicht in dem Sinne, dass auf das Krankengeld normale Lohnsteuer einbehalten wird. Die Steuerklasse kann die Berechnung aber indirekt beeinflussen, weil die Höhe des Nettoarbeitsentgelts für die 90-Prozent-Grenze relevant ist.

Ein niedrigeres maßgebliches Netto kann dazu führen, dass die 90-Prozent-Grenze früher greift.

Deshalb können zwei Personen mit gleichem Bruttolohn trotz identischem 70-Prozent-Wert unterschiedliche Ausgangswerte für das Krankengeld haben, wenn sich ihr maßgebliches Netto unterscheidet.

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Krankengeld für Selbstständige

Bei Selbstständigen funktioniert die Absicherung anders als beim klassischen Arbeitnehmer.

Hauptberuflich Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung benötigen einen Versicherungsschutz, der einen Krankengeldanspruch einschließt. Wird der gesetzliche Krankengeldanspruch gewählt, beginnt die Leistung typischerweise ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Die Berechnung orientiert sich dann grundsätzlich am beitragspflichtigen Arbeitseinkommen. Für 2026 gilt ebenfalls der maximale Betrag von 135,63 Euro pro Tag.

Je nach Krankenkasse können daneben Wahltarife existieren, die einen früheren Leistungsbeginn oder ergänzende Absicherung ermöglichen. Selbstständige sollten deshalb nicht erst nach Eintritt einer längeren Erkrankung prüfen, welchen Krankengeldschutz sie gewählt haben.

Die häufigsten Fehler bei der Krankengeld-Berechnung

Der verbreitetste Fehler besteht darin, einfach 70 Prozent des Monatsbruttos als erwartete Auszahlung anzusetzen. Damit werden sowohl die 90-Prozent-Netto-Grenze als auch Sozialversicherungsabzüge ignoriert.

Ebenso problematisch ist es, bei hohen Gehältern 70 Prozent des vollständigen Bruttogehalts zu verwenden. Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze erhöht das gesetzliche Krankengeld nicht unbegrenzt.

Ein weiterer häufiger Fehler betrifft Sonderzahlungen. Wer regelmäßig beitragspflichtiges Weihnachtsgeld oder andere Einmalzahlungen erhält, kann mit einer reinen Monatslohnrechnung zu einem anderen Ergebnis kommen als die Krankenkasse.

Und schließlich sollten finanzielle Berechnung und Leistungsanspruch getrennt betrachtet werden. Selbst ein korrekt errechneter Betrag sagt nichts darüber aus, ob alle Voraussetzungen für die Zahlung erfüllt sind oder ob eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung rechtzeitig festgestellt wurde.

Krankengeld Rechner

So nutzen Sie einen Krankengeld Rechner sinnvoll

Der größte Nutzen eines Rechners liegt nicht darin, einen Betrag auf den Cent vorherzusagen. Er hilft vor allem bei der Liquiditätsplanung.

Vergleichen Sie deshalb nicht nur das erwartete Krankengeld mit Ihrem bisherigen Nettoverdienst. Berechnen Sie auch die tatsächliche monatliche Differenz.

Wenn Ihr normales Netto beispielsweise 2.250 Euro beträgt und nach Abzügen ungefähr 1.774 Euro Krankengeld übrig bleiben, entsteht eine monatliche Einkommenslücke von rund 476 Euro.

Genau dieser Wert ist für Miete, Kreditraten, Versicherungen, Unterhalt, Energie, Lebensmittel und andere laufende Kosten oft wichtiger als der reine Krankengeldbetrag.

Bei länger dauernder Arbeitsunfähigkeit kann es sinnvoll sein, frühzeitig zu prüfen, welche festen Ausgaben reduziert oder verschoben werden können und ob Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag einen Krankengeldzuschuss vorsieht.

Häufige Fragen zum Krankengeld Rechner

Wie viel Krankengeld bekomme ich bei 3.000 Euro brutto?

70 Prozent von 3.000 Euro entsprechen 2.100 Euro. Dieser Betrag darf jedoch 90 Prozent Ihres maßgeblichen Nettogehalts nicht überschreiten. Anschließend können noch Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen werden. Deshalb lässt sich der tatsächliche Zahlbetrag ohne Nettoangabe nicht zuverlässig bestimmen.

Wird Krankengeld vom Brutto oder Netto berechnet?

Beides ist relevant. Zunächst werden grundsätzlich 70 Prozent des beitragspflichtigen Bruttoentgelts berechnet. Das Ergebnis wird auf maximal 90 Prozent des maßgeblichen Nettoarbeitsentgelts begrenzt. Der niedrigere Wert ist entscheidend.

Wie hoch ist das maximale Krankengeld 2026?

Das maximale Brutto-Krankengeld beträgt 2026 135,63 Euro pro Kalendertag.

Wie viel Krankengeld bekommt man nach sechs Wochen?

Es gibt keinen festen Prozentsatz vom Netto als endgültige Auszahlung. Ausgangspunkt sind 70 Prozent des Bruttos, begrenzt auf 90 Prozent des Nettos. Davon können anschließend Sozialversicherungsbeiträge abgehen.

Wird Krankengeld auch am Wochenende gezahlt?

Ja. Krankengeld wird für Kalendertage berechnet und damit grundsätzlich auch für Samstage, Sonntage und Feiertage innerhalb des Leistungszeitraums. Für einen vollständigen Kalendermonat werden 30 Tage angesetzt.

Wird Weihnachtsgeld bei der Berechnung berücksichtigt?

Beitragspflichtige Einmalzahlungen der letzten zwölf Kalendermonate können in die Berechnung einfließen. Maßgeblich sind die gesetzlichen Regeln für einmalig gezahltes Arbeitsentgelt.

Muss ich Krankengeld versteuern?

Das gesetzliche Krankengeld ist grundsätzlich steuerfrei, unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt und kann dadurch den Steuersatz auf andere steuerpflichtige Einkünfte erhöhen.

Muss ich wegen Krankengeld eine Steuererklärung abgeben?

Bei Arbeitnehmern kann insbesondere dann eine Abgabepflicht entstehen, wenn die dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Leistungen mehr als 410 Euro im Kalenderjahr betragen.

Werden Krankenversicherungsbeiträge vom Krankengeld abgezogen?

Während des Krankengeldbezugs besteht grundsätzlich Beitragsfreiheit in der gesetzlichen Krankenversicherung. Beiträge können dagegen insbesondere für Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung anfallen.

Verlängert eine zweite Krankheit die 78 Wochen?

Nicht automatisch. Tritt während einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine weitere Krankheit hinzu, verlängert dies die Leistungsdauer wegen der laufenden Arbeitsunfähigkeit nicht.

Kann eine Lücke in der Krankschreibung Probleme verursachen?

Ja. Für den fortlaufenden Krankengeldanspruch ist die rechtzeitige ärztliche Feststellung wichtig. Bei derselben Krankheit muss die weitere Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich spätestens am nächsten Werktag nach dem bescheinigten Ende festgestellt werden; Samstage zählen für diese Regel nicht als Werktage.

Bekommen Selbstständige automatisch Krankengeld?

Nein. Hauptberuflich Selbstständige müssen in der gesetzlichen Krankenversicherung einen entsprechenden Krankengeldschutz gewählt haben. Beim gesetzlichen Anspruch beginnt die Leistung typischerweise ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit.

Warum zeigt meine Krankenkasse einen anderen Betrag als ein Online-Rechner?

Ein Online-Rechner arbeitet häufig mit vereinfachten Angaben. Die Krankenkasse kann dagegen beitragspflichtige Einmalzahlungen, genaue Abrechnungszeiträume, Kinderzahl, Versicherungsstatus und weitere Besonderheiten berücksichtigen. Der Bescheid beziehungsweise die konkrete Berechnung Ihrer Krankenkasse ist deshalb für Ihren individuellen Leistungsfall maßgeblich.

Fazit: Mit dem Krankengeld Rechner die tatsächliche Einkommenslücke erkennen

Ein Krankengeld Rechner ist vor allem dann hilfreich, wenn er mehr zeigt als nur „70 Prozent vom Brutto“. Für eine realistische Einschätzung müssen auch die 90-Prozent-Netto-Grenze, die Beitragsbemessungsgrenze, Sozialversicherungsabzüge und gegebenenfalls Einmalzahlungen berücksichtigt werden.

Für 2026 gilt weiterhin die Grundregel von 70 Prozent des beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts, höchstens 90 Prozent des maßgeblichen Nettoarbeitsentgelts. Das Brutto-Krankengeld ist auf 135,63 Euro pro Kalendertag begrenzt.

Für die persönliche Finanzplanung sollte jedoch nicht beim Brutto-Krankengeld Schluss sein. Entscheidend ist der voraussichtliche Auszahlungsbetrag nach Sozialabgaben und die Differenz zu Ihrem bisherigen monatlichen Netto. Wer diese Lücke früh kennt, kann seine laufenden Kosten deutlich realistischer planen und unangenehme finanzielle Überraschungen während einer längeren Arbeitsunfähigkeit vermeiden.

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